Werteorientiert Mitarbeiter führen

Mitarbeiter sind wertvoll. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Probleme verdoppelt. Der wirtschaftliche Ausfall ist immens. In den meisten Fällen muss das aber nicht sein. Eine Aufgabe für Führungskräfte.

Dirk Krause

Mitarbeiter bei sich abholen

Die Welt wird globaler und schnelllebiger. Täglich erreichen uns ca. 6.000 Informationen. Diese muss das Gehirn verarbeiten. Auch die irrelevanten. Die Konzentration leidet. Die Folge kann Müdigkeit und Unaufmerksamkeit sein. Bis hin zum Burn-out-Syndrom.

Das ist aber noch nicht alles. Jeder von uns ist in einer anderen Umgebung aufgewachsen. Jeder hatte andere Menschen um sich herum und jeder von uns hatte ein unterschiedliches Leben. Die Erfahrungen prägen unsere Einstellung zu bestimmten Dingen. Sie entscheiden darüber, ob wir selbstbewusst, extrovertiert oder glücklich sind. Diese Erfahrungen machen unsere Werte aus, an denen wir uns im Leben orientieren. 

Mitarbeiter haben andere Erfahrungen im Leben gemacht

Mögliche Anzeichen für Unzufriedenheit

Ich hoffe nicht das Sie so denken wie eine Unternehmerin, die ich vor einiger Zeit kennengelernt habe. “Mitarbeiter sind das Schlimmste, was man sich als Unternehmerin anschaffen kann. Nichts als Ärger.” Wenn Sie so denken, sind Sie hier falsch. Aber davon gehe ich nicht aus. Wertschätzung Menschen gegenüber hat eine bedeutende Stelle bei MENTALfrei.

Vielleicht wird ein Mitarbeiter auf stiller, ist eventuell auch mal gereizt, verbringt Pausen auf einmal alleine, zieht sich in sich zurück oder ist öfter krank. Sollte Ihnen das auffallen, dann ist es Zeit für ein Gespräch. Sie sind natürlich kein Psychologe. Auch ersetzen Sie nicht die Familie, aber warum nicht mal miteinander sprechen? Wenn der Mitarbeiter ausfällt oder das Unternehmen verlässt, hilft das ja auch nicht weiter, oder?

 

Mögliche Werte nach Steven Reiss (Auswahl):

  • Selbstbehauptung oder Macht
  • Unabhängigkeit oder auch Freiheit
  • Neugierde
  • Zugehörigkeit oder auch Anerkennung
  • Ordnung
  • Sicherheit/Sparen
  • Achtung, Ehre, Charakter, Moral
  • Idealismus
  • usw.

Werte erkennen

Stellen wir uns mal eine Führungskraft vor. Nehmen wir mal an, diese Person ist ein sogenannter Macher. Er  weiß, wo es im Leben lang geht. Vielleicht waren seine Eltern auch Führungskräfte oder er hat sich durchgeboxt im Leben. Er hatte ein Ziel. Seine Bekannten sind zu großen Teilen auch in Führungspositionen oder Unternehmer.

Dann ist da sein Mitarbeiter. Intelligent und klug. In der Kindheit war alles sehr harmonisch. Kein Streit und kein Stress. Wenn es um Beförderungen ging hat er nicht gleich immer “Hier” gerufen. Das braucht er nicht. Er mag es ruhig und arbeitet seine Dinge ab, geht pünktlich nach Hause und trifft sich mit Freunden.

Zwei unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen Leben. Die inneren Werte haben eine ganz andere Bedeutung für jeden der beiden. Beide Arten zu leben sind vollkommen in Ordnung.

Aber was passiert, wenn die Führungskraft dem Mitarbeiter die eigenen Werte überstülpen will? “Machen Sie mal schneller.”, “Überstunden müssen schon mal sein.”, “Ich brauche das bis morgen früh auf meinem Schreibtisch.”, “Gucken Sie sich mal den Müller an. Der hat Ehrgeiz.”.

Ein Konflikt entsteht beim Mitarbeiter. Druck wird ausgelöst. Frust und Demotivation. Psychische Belastungen. Werteorientiert zu führen bedeutet, das Unternehmensziel und die Vorgaben zu erreichen, aber mit motivierten Mitarbeitern. Indem Mitarbeiter bei ihren eigenen Werten abgeholt werden. Wenn Führungskräfte dazu in der Lage sind, haben sie Mitarbeiter hinter sich stehen, die quasi durch Feuer gehen.

Werteorientiert Mitarbeiter führen, bringt bessere Ergebnisse